Aus Tradition zum Stein - Die Geschichte des Granits

 

Die Arbeit in den Steinbrüchen bzw. Steinhauerhütten stellte für einen Großteil der Bevölkerung lange die einzige Möglichkeit dar, für den Lebensunterhalt zu sorgen. Insbesondere nach dem Krieg wurden an allen Ecken und Enden Firmen gegründet. Bei Spaziergängen rund um den Ort zeigen sich noch heute häufig die Spuren ehemaliger Werkstätten. Unter einfachsten, heute nur noch sehr schwer vorstellbaren Arbeitsbedingungen, wurde damals versucht, den Stein abzubauen, zu bearbeiten und zu verkaufen. Entsprechende Maschinen und Geräte gab es damals noch nicht, sie fanden erst nach und nach Einzug.

Die Steingewinnung erfolgte größtenteils durch Sprengungen. Der Abtransport geschah hauptsächlich mittels Pferdefuhrwerken, denn erst langsam setzte die Motorisierung mit Lastwägen ein. Häufig wurden die Blöcke aber gleich an Ort und Stelle in den einfachen Steinhauerhütten weiterbehandelt. Auch hierbei gab es praktisch nur Handarbeit.

Einen riesigen Fortschritt bedeutete bei der Gewinnung und der Verarbeitung der zunehmende Einsatz von Preßluftbohrern und Preßlufthämmern. Immer rascher schritt die Modernisierung voran, machte den körperlichen Einsatz leichter, jedoch keinesfalls aber überflüssig, und erhöhte gleichzeitig die Mengen des verarbeiteten Granits. Die gefährlichen und riskanten Sprengungen, mit ihren unvorhersehbaren Abläufen, wurden zunehmend durch das sogenannte "Brennen" ersetzt. Ein überdimensionaler "Schweißbrenner", betrieben mit Öl und Preßluft, "brannte" das Material im wahrsten Sinne des Wortes heraus.

Früher war es durchaus üblich, als Steinhauer und Steinmetz im Alter von 50 Jahren als "alter Mann" zu gelten. Die harte Arbeit und vor allem der quarzhaltige Staub hatten zur Folge, dass fast jeder Beschäftigte frühzeitig Rente wegen Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit beantragen musste. Geradezu typisch waren Erkrankungen an der Lunge (Silikose) und das erreichte Durchschnittsalter lag sehr niedrig. Durch die modernen Absaug- und Arbeitsschutzvorrichtungen besteht heutzutage Gott sei Dank keine Gefahr mehr.

Enorm zugenommen hat in den letzten Jahren ein anderer Zweig der Steinbearbeitung. Viele Künstler kommen nach Flossenbürg, um hier ihre Entwürfe in die Tat umsetzen zu lassen. Eine Herausforderung, welche die örtlichen Steinmetze angenommen haben und mit großem Erfolg bewältigen. Absolute Fachkenntnisse und Kreativität sind ebenso gefragt, wie das Geschick, aus Modellen und Skizzen imposante Denkmäler, Plastiken oder Brunnen entstehen zu lassen.


Nachfolgend sehen Sie einige Impressionen aus den längst vergangenen Tagen