Feldspat, Quarz und Glimmer, das vergeß ich nimmer.

Wer erinnert sich nicht an diesen Spruch, der in der Schule förmlich "eingetrichtert" wurde.

Granitimpressionen" für alle, die mehr erfahren wollen :

Granit ist ein Naturprodukt und als solches immer ein Unikat.

Granit ist härter als Sandstein, Kalkstein oder Marmor. Er widersteht Witterungseinflüssen und besitzt durch seine Vielfalt an Strukturen und Farben auch noch optische Reize. Perfekt für Außenarbeiten als Mauer für den Garten oder Pflaster für die Einfahrt, für Innenarbeiten als Fensterbank oder Fliesen im Badezimmer, glänzend poliert, matt sandgestrahlt oder einfach nur gebrochen, Granit ist einfach das Non plus Ultra wenn es um Naturstein geht.


Das Urgestein findet sich in geologisch älteren Gebirgen, beispielsweise im Oberpfälzer Wald (Nord-Ost-Bayern) und speziell in Flossenbürg. Stein, wo immer eine Schaufel in den Boden gestoßen wird. Nicht zuletzt der Granit ist es, der Flossenbürg zu seiner Bekanntheit verhalf. Sei es durch die aufgeschichteten Blöcke, auf denen unsere Burg steht oder der Abbau und die Veredelung.Das Urgestein hat seit jeher den Ort ganz wesentlich geprägt.

Unser Granit kommt in zwei Hauptvarianten vor. Einmal als gelber Stein und dann als blaues und sehr hartes Kernmaterial. Dazwischen liegen allerdings die unterschiedlichsten Abstufungen. Die Arbeit in den Steinbrüchen oder in den Steinhauerhütten stellte für einen Großteil der Bevölkerung lange die einzige Möglichkeit dar, für den Lebensunterhalt zu sorgen. Auch von auswärts, sogar von jenseits der Grenze (Böhmen) kamen viele Männer hierher, um überhaupt einer Beschäftigung nachgehen zu können.

Insbesondere nach dem Krieg schossen die Betriebe "quasi" wie Pilze aus dem Boden. An allen Ecken und Enden wurden Firmen gegründet. In den meisten Fällen waren es allerdings Klein- und Kleinstbetriebe, die (wenn überhaupt) nur eine kurze Blütezeit erlebten und so rasch sie kamen auch wieder verschwanden. Bei Spaziergängen rund um den Ort zeigen sich heute noch häufig die Spuren.

Unter einfachsten, heute nur noch schwerlich vorstellbaren Arbeitsbedingungen wurde damals versucht, den Stein abzubauen, zu bearbeiten und u verkaufen. Es waren harte, oft genug gefährliche Voraussetzungen, die fast ausschließlich aber
nicht nur den Einsatz der Muskelkraft erforderten. Entsprechende Maschinen und Geräte gab es damals einfach noch nicht, sie kamen erst nach und nach.

Ganz grob gesprochen gab es für den Abbau zwei verschiedene Arten von Steinbrüchen. Leichter war es, wenn man sich praktisch in einen Berg "hineinarbeiten" konnte. In den anderen Fällen wurde in die Tiefe gearbeitet, es entstanden riesige Löcher. In beiden Fällen erfolgte die Steingewinnung aber
durch Sprengungen. Der Abtransport geschah hauptsächlich mittels Pferdefuhrwerken, erst langsam setzte die Motorisierung mit Lastwägen ein.

Häufig wurden die Blöcke aber gleich an Ort und Stelle weiterbehandelt. In den einfachen Steinhauerhütten - sie sind heute noch genauso aufgebaut wie vor vielen Jahrzehnten - oder im Freien entstanden Mauer-, Grenz-, Leisten-, Rand- oder Wasserbausteine, um nur einige Beispiele zu nennen. Mit den unterschiedlichsten Techniken und Werkzeugen ließen sich die jeweils gewünschten Formen und Oberflächen erzielen. Auch dabei gab es praktisch nur Handarbeit.

Ein enormer Fortschritt bedeutete bei der Gewinnung und der Verarbeitung der zunehmende Einsatz von Preßluftbohrern und Preßlufthämmern. Immer rascher schritt die Modernisierung voran, machte den körperlichen Einsatz leichter (keinesfalls aber überflüssig) und erhöhte gleichzeitig die Mengen des verarbeiteten Granits. Unser Betrieb veränderte sein Gesicht grundlegend, vergleicht man den heutigen Stand mit dem, der noch vor wenigen Jahren Alltag war.

Ein Beispiel dafür ist und war der Abbau. Sprengungen mit ihren häufigen Unwägbarkeiten und dem großem Anfall von Abfall wurden zunehmend durch das "Brennen" ersetzt. Ein überdimensionaler "Schweißbrenner", betrieben mit Öl und Preßluft, "brannte" das Material quasi heraus. In unseren Hallen stehen heute riesige Maschinen, die vollautomatisch schneiden und weiterverarbeiten. Fassadenverkleidungen, Bodenbeläge, Stufen, Fenster-, Türgewände und vieles andere mehr entsteht dabei.

Nicht nur im süddeutschen Raum, in ganz Deutschland und in vielen weiteren Ländern sind Bauten mit Flossenbürger Granit zu finden. Der Einsatz dieses
Materials stößt heute zu Recht auf eine erstaunlich große Nachfrage.

Enorm zugenommen hat auch ein anderer Zweig der Steinbearbeitung.
Viele Künstler kommen nach Flossenbürg, um hier ihre Entwürfe in die Tat
umsetzen zu lassen. Eine Herausforderung, welche die örtlichen Steinmetze
angenommen haben und mit großem Erfolg bewältigen. Absolute Fachkenntnisse
und Kreativität sind genauso gefragt, wie das Geschick, aus Modellen und Skizzen imposante Denkmäler, Plastiken oder Brunnen entstehen zu lassen.

Früher war es üblich, dass Steinhauer und Steinmetze mit fünfzig Jahren "alte Männer" waren. Die harte Arbeit und vor allem der quarzhaltinge Staub hatte dies zur Folge. Fast jeder musste frühzeitig Rente wegen Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit beantragen. Geradezu typisch waren Erkrankungen an der Lunge (Silikose) und das erreichte Durchschnittsalter lag sehr niedrig. Durch die  modernen Absaug- und Schutzvorrichtungen besteht heutzutage Gott sei Dank keine Gefahr mehr.



Der "Blauer Montag"

Ihn gibt es heute nicht mehr. Früher war es aber einfach üblich, daß an den
Montagen kaum gearbeitet wurde. Man kam bei einem Faß Bier und einer Brotzeit zusammen und jemand der zum Akkordeon griff, war immer dabei. Die angestimmten Lieder ließen niemand auf den Gedanken kommen, an dem Tag nochmals zum Werkzeug zu greifen. Zu feiern gibt es ja bekanntlich immer einen Anlass.
Nachdem allerdings meist Akkordlohn gezahlt wurde, galt es anschließend umso härter zuzupacken, um diese geselligen Stunden wieder aufzuholen. Auch das ist längst Vergangenheit, genauso wie die regelmäßige Einkehr und das lange Sitzen in den heimischen Wirtshäusern.